Strahlungswerte in Japan nach dem Reaktorunfall von Fukushima

Nach dem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi habe ich die damals verfügbaren, von den Behörden veröffentlichten Messdaten maschinell gelesen und zusammengetragen. Die Behörden haben damals lediglich die jeweils aktuellen Zahlen auf einer Internetseite dargestellt oder PDF-Berichte mit den Zahlenwerten mehrerer Zeitpunkte veröffentlicht. In einer einfachen Visualisierung lässt sich die Information jedoch wesentlich leichter erfassen und im zeitlichen Verlauf darstellen.

Warum die Messstelle des Standorts Fukushima jeden Tag einen riesigen Höhepunkt aufweist, habe ich leider bis heute noch nicht verstanden.

Jedoch erkennt man kurz nach Beginn des Mitschnitts an den übrigen Messstationen einen gemeinsamen starken Anstieg. Damals war mir der vermutliche Auslöser dieser Anstiege bewusst, heute kann ich es nur rekonstruieren und vermuten, dass es der aus Reaktorblock 3 am 21. März aufsteigende weiße Rauch war. Vermutlich - aufgrund des fehlenden Anstiegs in Niigata - zusammen mit Wind in Richtung Tokio. Damals wehte der Wind meistens nach Osten in Richtung Ozean, aber ein paar Tage lang auch nach Süden.

Vergleicht man die Grafiken genau, erkennt man auch, dass der Anstieg am Messpunkt Ibaraki (die Präfektur von Fukushima) einige Stunden früher eintritt als an den Messpunkten Kanagawa und Tokio. Auch dies weist darauf hin, dass der Ursprung ein Ereignis in Fukushima gewesen sein dürfte.

Übrigens können einzelne Linien durch einen Klick auf den Legendeneintrag deaktiviert werden. Das Diagramm wird danach automatisch neu skaliert. Somit sind nach Deaktivierung von Fukushima auch die anderen Standorte ablesbar. Aufgrund dieser Funktionalität habe ich bewusst auf eine logarithmisch skalierte Achse verzichtet.